Kürbisnocken - (c) TEUBNER

Wenn die Kürbisnocken locken

 

Heute ist unsere TEUBNER-Redakteurin Maria Haumaier dran. Sie kocht ihr absolutes Kürbis-Lieblingsrezept für Sie:

Kürbisnocken!


Herbst – Kälte – warme Küche – heißes Essen.

Hier kommt eines meiner Lieblingsrezepte im Herbst:

Kürbisnocken MIT Spinat und Pinienkernen

Herbstzeit – Kürbiszeit

Aaaahhhh wie schön – golden leuchtende Bäume, kühle Luft, die nach Laub und nassem Gras duftet: Es ist Herbst. Und es ist Kürbiszeit. Zeit für Kürbisse aus heimischem Anbau. Jetzt gibt es bei uns wieder Kürbisrisotto mit und ohne Speck, Kürbissuppe mal asiatisch, mal kräftig-deftig und es gibt wieder: KÜRBISNOCKEN! Die liebe ich. Und die müssen auch Sie mal gegessen haben. Orangefarbene Nocken aus Kürbis, Mehl, Parmesan und Ei – mit viel brauner Butter und dazu gedünsteter Spinat. Wenn die Nocken so schön warm und weich in den Mund „schlotzen“. Ein Traum. Da läuft mir schon beim Drandenken gleich wieder das Wasser im Mund zusammen. Und das Rezept ist eigentlich ganz einfach.

Man nehme: Kürbis, Hitze, Geduld

Eigentlich heißt: Es ist nicht schwierig, nur ein bisschen zeitaufwendig. Und zeitaufwendig ist auch nur das Vorbereiten des Kürbisses. Der muss nämlich für eineinhalb Stunden im Ofen backen. Ich nehme dafür am liebsten Hokkaidos. Da kann man die Schale mitessen und die haben die richtige Größe (etwa 1 Kilo), um als Ganzes im Ofen zu backen. Aber auch andere Kürbisse sind sicher einen Versuch wert. Ich backe normalerweise gleich mehrere, so vier bis sechs, Kürbisse auf einmal. Das beruhigt mein Gewissen, weil ich den Ofen optimal ausnutze, und ich habe gleich einen Vorrat (der wird tiefgekühlt) für die nächsten Nocken.

Die ersten 45 Minuten tut sich nicht viel im Ofen, aber dann, wenn das Fruchtfleisch zu brutzeln beginnt und etwas Kürbissaft ausläuft, fängt es in der Küche an zu duften. So ein herrlicher, leicht süßer Duft mit Röstaromen. Wenn die Kürbisse gar sind, lasse ich sie auf dem Blech noch ein bisschen auskühlen. Am Anfang konnte ich es nicht erwarten und habe ziemlich rasch mit dem Zerlegen und Entkernen angefangen. Dabei habe ich mir ordentlich die Finger verbrannt – fragen Sie nicht. Ich bin also etwas klüger und übe mich in Geduld, aber spätestens nach einer Stunde muss ich dann einfach loslegen.

Das ist dann manchmal ein wenig Gefissel, weil die Schale stellenweise sehr dunkel ist und dann doch weg kommt. Und weil ich natürlich statt einem gleich vier bis sechs Kürbisse bearbeiten muss – selbst schuld. Sobald ich das Fruchtfleisch aber püriert habe, geht’s ganz einfach.

Am besten werden die Nocken, wenn das Kürbisfleisch ganz ausgekühlt ist, dann zerfallen sie nicht so leicht. Das ist wie bei Kartoffelgnocchi – da ist Geduld auch eine wichtige Zutat.

Oder Trick 17. Wenn’s nämlich pressiert, und das kommt bei mir gar nicht so selten vor, gebe ich die Masse in eine weite Schüssel, stelle diese in ein kaltes Wasserbad und rühre häufig um. Das beschleunigt das Auskühlen ungemein. Wenn also die Wärme weg ist, ist das Mischen der Zutaten, Formen und Garen der Nocken eher unspektakulär.

Endspurt zum Genuss

Bevor die Nocken ins Wasser kommen, muss noch der Spinat in den Topf. Wenn ich frischen Spinat nehme, wasche und putze ich ihn, während der Kürbis im Ofen backt. Auch Zwiebeln und Knoblauch bereite ich schon vor. Tiefkühlspinat nehme ich direkt vor der Zubereitung aus dem Gefrierfach.

Während der Spinat zusammenfällt, garen die Nocken. Dann hoble ich den Parmesan und zerlasse die Butter- und zwar 25 Gramm pro Person – das ist ja kein Diätgericht. Und wenn ich ganz gut bin, röste ich die Pinienkerne für den Spinat in einer trockenen Pfanne an. Dann schmecken sie noch besser.

Zum Schluss wird es immer ein bisschen hektisch. Da bin ich dann froh, wenn meine „Kürbisnocken-Mitschlotzer“ den Tisch gedeckt haben. Denn, wenn die Nocken aus dem Kochwasser kommen, müssen sie sofort und heiß gegessen werden. Nein geschlotzt. Mit Spinat.

Was auch sehr gut schmeckt: Mangold statt Spinat. Und Salbei in der Butter, knusprig gebraten. Ehrlich – Sie müssen die Kürbisnocken unbedingt mal ausprobieren.

Und machen Sie bloß nicht zu wenig!


Kürbisnocken - (c) TEUBNER

Das Rezept für diese Kürbisnocken steht auch im Buch TEUBNER Handbuch Vegetarisch. Oder Sie können es hier downloaden: Rezept Kürbisnocken